Als Familienunternehmen mit über 47 Jahren Erfahrung haben wir zahlreiche Entwicklungen erlebt – von wechselnden Schmucktrends bis hin zu starken Schwankungen auf den Edelmetallmärkten. Geblieben sind jedoch die Fragen unserer Kunden und die vielen Mythen, die sich bis heute um Gold, Platin und andere Schmuckmaterialien ranken.
Nachfolgend finden Sie unsere persönliche Einschätzung zu den gängigsten Materialien – basierend auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Goldschmiedewerkstatt.
Gelbgold
Gelbgold ist der Klassiker unter den Trauringmaterialien – und das aus gutem Grund. Seit über 7.000 Jahren wird Gold zu Schmuck verarbeitet. Kaum ein anderes Material ist so bekannt und hat seine Alltagstauglichkeit über einen so langen Zeitraum bewiesen.
Für Trauringe empfehlen wir Legierungen mit einem Feingehalt von 585/- oder 750/-. Niedrigere Legierungen wie 333/- oder 375/- enthalten einen deutlich höheren Anteil unedler Metalle. Dadurch steigt unter anderem die Anfälligkeit für Spannungsrisskorrosion und die Ringe nutzen sich im Alltag schneller ab. Sehr hochlegierte Goldlegierungen (über 800/-) sind hingegen nur bedingt für Trauringe geeignet.
Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, Gold sei grundsätzlich zu weich. Tatsächlich hängt die Härte entscheidend von der Legierung ab – und die Behauptung, 333/- Gold sei grundsätzlich härter und deshalb besser geeignet, ist metallurgisch schlicht falsch.
Weißgold
Ebenfalls gut geeignet, aber hier ist es wie bei der Partnerwahl: es ist das Innere das zählt. Für Weißgold existieren keine verbindlichen Vorgaben hinsichtlich der Legierungsbestandteile. Besonders hochwertig sind palladiumhaltige Weißgoldlegierungen. Palladium gehört zur Platingruppe, ist äußerst korrosionsbeständig und verleiht dem Gold seine elegante grauweiße Farbe. Idealerweise liegt der Palladiumanteil bei mindestens 15 %.
Von Legierungen mit hohen Anteilen an Nickel, Mangan oder Zinn raten wir hingegen ab. Sie können nicht nur Allergien begünstigen, sondern besitzen häufig einen gelblichen Grundton und müssen deshalb rhodiniert werden. Nutzt sich diese Beschichtung mit der Zeit ab, tritt die ursprüngliche Farbe wieder hervor.
Rot- und Roségold
Ein klares Jein. Die wärmere ins rötlich gehende Farbe wird bei diesen Legierungen auch über den Zusatz gesteuert, hier über den Kupferanteil. Ein zu hoher Kupferanteil ist nicht empfehlenswert, daher lieber Roségold als Rotgold verwenden und auch in mit einem hohen Feingehalt an Gold, wie z.B. 585/- oder 750/-. Niedrigere Legierungen sind extrem spröde.
Platin
Im Vergleich zu Gold ist Platin ein relativ junges Schmuckmetall. Erst moderne Schmelztechniken machten seine Verarbeitung möglich.Es hat tolle chemische Eigenschaften, eine schöne Haptik, ein natürliches edles Hellgrau und ist absolut alltagstauglich.
Das Gerücht “Platin verkratzt nicht.” stimmt allerdings nicht, auch wenn Platin sehr
widerstandsfähig ist und gerade im Vergleich zu anderen Edelmetalle wirklich kratzfester ist. Platin wird nur kleine Mengen zusätzliches Material zugefügt, aber hier würden wir unbedingt Kupfer statt Wolfram empfehlen. Wolfram macht die Legierung zwar noch “härter”, aber es ist unter Umständen problematischer später mal die Ringgröße zu ändern
Palladium
Der kleine Bruder vom Platin, gehört auch zur Gruppe der Paltinmetalle. Als Legierungsbestandteil hochwertiger Weißgoldlegierungen haben wir es schon erwähnt, Es eignet sich jedoch auch hervorragend als eigenständiges Schmuckmetall. Seine Eigenschaften stehen denen des Platins kaum nach, nur die Dichte ist wesentlich geringer, d.h. die Ringe sind leichter, und die Farbe etwas dunkler.
Tantalum
Viele Paare wünschen sich Trauringe in einem dunklen Anthrazit oder Schwarz. Lange Zeit gab es hierfür kaum überzeugende Lösungen.
Seit etwa 10 Jahren können wir nun aber, mit einem Partner, Ringe aus Tantalum anbieten. Mit Tantal steht uns heute ein außergewöhnliches Metall zur Verfügung, das aufgrund seiner natürlichen dunkelgrauen Farbe ganz ohne Beschichtung auskommt. Es zählt zu den seltensten stabilen Elementen unseres Sonnensystems und überzeugt durch seine hohe Korrosionsbeständigkeit sowie seine ausgezeichnete Hautverträglichkeit.
Obwohl Tantal chemisch nicht zu den klassischen Edelmetallen gehört, besitzt es vergleichbare Eigenschaften und lässt sich – wenn auch mit deutlich höherem handwerklichem Aufwand – hervorragend verarbeiten. Ein weiterer entscheidender Vorteil: Im Gegensatz zu vielen anderen dunklen Ringmaterialien sind spätere Ringgrößenänderungen möglich.
Silber
Einen gut verarbeiteten Ring aus Silber kann man ein Leben lang tragen. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass Silber von den gängigen Edelmetallen das Weichste ist.
Täglich getragen, hat man schnell prägnantere Tragespuren als bei Gold oder Platin Ringen.
Stahl / Titan / Wolfram / Carbon
Diese Materialien sind nicht empfehlenswert.
Es sind keine Edelmetalle (auch wenn es “Edelstahl” heißt). Die Verarbeitung erfolgt in der Regel industriell, es gibt kaum Gestaltungsvarianten und nachträgliche Veränderungen, wie eine Ringgrößenänderung sind praktisch unmöglich. Wenn der Ring mal nicht mehr passt, hat man halt Pech gehabt.
Holz
Holz ist ein wunderschönes Material, aber nicht für Trauringe. Es ist ein poröses, organisches Material, dem es nicht gut tut, ständig mit Schweiß und Wasser in Berührung zu kommen. Um ausreichend stabil zu sein, müssen Holzringe meist deutlich kräftiger gearbeitet werden, was den Tragekomfort beeinträchtigen kann.
Beschichtete Materialien
Von beschichteten Trauringen raten wir grundsätzlich ab. Da Trauringe täglich getragen werden, nutzen sich Oberflächenbeschichtungen mit der Zeit zwangsläufig ab. Massive Materialien behalten hingegen ihre Farbe dauerhaft und lassen sich bei Bedarf jederzeit aufarbeiten.
Sie haben Fragen zu Trauringen oder Schmuckmaterialien? Zur Haltbarkeit, Kratzfestigkeit oder Herkunft der Materialien? Wir beantworten gerne alle Ihre Fragen!


